Die Geschichte der Raketenboote

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R 142 Ystad

Die Torpedoboot- Klasse Norrköping umfasste zwölf Kampfschiffe, die auf der Karlskronawerft AB von 1973-76 gebaut wurden. Die älteren Torpedoboote wurden nach Sternen benannt.

Die Boote der Norrköping-Klasse bekamen Städtenamen. Dadurch wurde eine langjährige Tradition  der schwedischen Marine gebrochen, Schiffe nach deutschem Vorbild mit Namen von Sternen oder Sternbildern zu Taufen. Schon 1976 wurde als Ziel vorgeschlagen die Norrköping-Klasse als Schnellboote auszulegen und zu diesem Zweck das amerikanische Raketensystem Harpoon zu kaufen.

1979 entschied aber der Reichstag, daß schwedische Schnellboote mit einem schwedischen Raketensystem auszurüsten sind, anstelle des amerikanischen Systems Harpoon. Die Folge dieses Beschlusses war, das alle schwedischen Boote mit dem schwedischen Raketensystem 15 ausgeruestet werden sollten.

1981 fing die Umruestung an, welche eine Raketenbestueckung und ein verbessertes Radar-, Steuerungs- und Abschussystem beinhaltete. Die Typenbenennung änderte sich dadurch zu Schnellbooten der Klasse Norrköping. Im Jahr 1995 wurde eine zusätzliche Modernisierung und  6-Jahres-Wartung von HMS (R-142) vorgenommen, welches das Erste von sechs geplanten Kampfschiffen war, die weiterhin behalten werden sollten. Die uebrigen 6 Schnellbooten HMS Norrtälje(R133), HMS Varberg (R134), HMS Västerås (135), HMS Västervik (R136), HMS Umeå (R137) und Strömstad (R141) wurden ausrangiert.

Die Modernisierung bedeutete vor allem einen Teil schiffstechnischer Verbesserungen, wie z. B. einen Austausch des GT5 Stromversorgungswerkes gegen ein zusätzlich  dieselgetriebenes Stromaggregat, Hydraulikstart fuer Turbinen, Vibrationsmessausruestung des Hauptmotors, ein Kontrollsystem fuer Torpedowaffen, ein Raketeninstrument fuer RBS 15 MKII, Klimaanlage in der Kommandozentrale, ein neues VHS und Navigationsradar auf der Bruecke samt einer Ausruestung fuer GMDSS und einen kompletten Umbau der Kommandozentrale mit MARIL 2000. In diesem Zusammenhang wurde der Typenname auf Schnellboot-Typ YSTAD geändert, durch die Aufrüstung sollte diese neue Bootsklasse spätestens bis 2015 einsatzbereit sein.

Als erstes wurden die Boote HMS Ystad (R142) und HMS Norrköping (R131) aufgerüstet, gefolgt von HMS Nynäshamn (R132) und HMS Luleå (R139) und zuletzt HMS Piteå (R138) und HMS Halmstad (R140). Die letzten Boote wurden im Jahr 2000 fertiggestellt.

Im Jahr 2001 wurden zwei Boote außer Dienst gestellt, HMS Luleå (R139) und HMS Halmstad (R140), wodurch nur noch vier Schiffe uebrig blieben.

Im Jahr 2003 wurden dann zwei weitere Boote außer Dienst gestellt, HMS Nynäshamn (R132) und HMS Piteå (R138). Zwei Boote blieben bis Herbst 2005 in Betrieb, bis sie letztendlich auf der Marinebasis Karlskrona stillgelegt wurden.

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R 142 Ystad

 

Stützpunkt Gålö

Schon in den 30er Jahren hatte man angefangen, die Halbinsel Gålö als Marinestützpunkt fuer die schwedischen Seestreitkräfte zu nutzen. Im Mai 1940 wurde eine Torpedoflugzeug-Division nach Gålö verlegt, der Standort wurde sehr schnell weiter ausgebaut , u.a. wurde der Stützpunkt T-2 Divisions Grundbasis inklusive umfangreicher Einrichtungen an Land. Entlang der Küste wurden schuetzende Wehranlagen mit Aufwärmungsvorrichtungen fuer Motoren und Torpedos angelegt. In den Anfängen mussten die Bootsbesatzungen noch auf ihren Einheiten übernachten bis später Kasernenunterkünfte an Land eingerichtet wurden.

Im Januar 1941 wurde die 1. Division gezwungen ihren  Standort nach Karlskrona zu verlegen um ein Festfrieren zu verhindern. Die Winterkälte liess im April nach und die Division konnte nach Gålö zurueckkehren.

Während 1942-44 war der Kampfschiffsverband wie frueher schon als Kriegsstandort genutzt. Eine immer wichtigere Aufgabe war jetzt die kontinuierliche Ueberwachungsoperation auf der Ostsee. Die Sowjets weiteten ihre U-Bootsoperationen immer mehr aus um im grösstmöglichen Umfang die Handelsschiffahrt zwischen Schweden und Deutschland zu stören. In Begleitung des Geleitzuges dieser zivilen Seefahrt bekam die T-2Division grosse Bedeutung fuer die Ueberwachung. 1944 baute man die neue Torpedo- und Minenflotte bei  F17 in Ronnneby auf. Im September des gleichen Jahres legte man die 1.Division bei F2 nieder  und der Stützpunkt Galö bekam andere Aufgaben.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde Gålö Heimatstandort der Torpedoboote. Während dieser Zeit lagen die Torpedoboote der Plejad-Klasse im suedlichen Hafen, später die Torpedoboote der Spica-Klasse und Schnellboote der Norrköping-Klasse. Im nördliche Hafen lagen die Motortorpedoboote (MTB) und später die Patrouillenschiffe vom Typ Hugin. Der Marinestützpunkt Galö wurde Mitte der 80er Jahre geschlossen und durch die neue Marinebasis in Berga ersetzt.

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